Sonne, Erde & Space Weather – was wir nicht sehen, aber spüren
Die Diskussionen rund um Sonnenstürme und Polarlichter zeigen vor allem eines:
Viele wissen nicht, wie Sonne und Erde eigentlich miteinander interagieren und fokussieren sich nur auf das Sichtbare.
Dabei ist die Dynamik zwischen Sonne und Erde ganz einfach und faszinierend.
Die Sonne
ist kein statischer Feuerball.
Sie ist ein hochaktives System und sendet ständig Energie und geladene Teilchen ins All.
Diese „kosmischen Wetterlagen“ werde Space Weather (Weltraumwetter) genannt.
Sonnenwind = strömendes Plasma
Der Sonnenwind ist ein kontinuierlicher Strom aus heißem Plasma bestehend aus Elektronen, Protonen und Ionen. Er trägt Magnetfelder mit sich. Dieser Sonnenwind ist immer da, mal ruhiger, mal aktiver.
Sonnensturm / Koronaler Massenauswurf (CME)
Bei einem Sonnensturm – genauer: einem koronalen Massenauswurf (CME) – wird besonders viel Plasma auf einmal ins All geschleudert, oft auch deutlich schneller als gewöhnlich.
Während der normale Sonnenwind mehrere Tage bis zur Erde braucht, können schnelle CMEs die Strecke in 24–36 Stunden zurücklegen.
Menge, Geschwindigkeit und Magnetfeld-Ausrichtung bestimmen, wie stark die Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld ist.
Je schneller und dichter das Plasma, desto dynamischer reagiert das Magnetfeld der Erde.
Das ist nicht gefährlich, aber spürbar als Bewegung im Feld:
• in der Ionosphäre
• in technischen Systemen
•und im elektromagnetischen Umfeld, in dem wir leben
Die Erde
ist kein passiver Empfänger.
Sie ist von einem Magnetfeld umgeben, das wie ein Schutzschirm wirkt.
Wenn Sonnenwind oder Sonnenstürme auf dieses Magnetfeld treffen, wird es zusammengedrückt und verformt.
Polarlichter
sind der sichtbare Teil dieser Dynamik
Polarlichter entstehen, wenn geladenes Sonnenplasma auf das Magnetfeld der Erde trifft.
Das Magnetfeld lenkt diese Teilchen entlang seiner Feldlinien zu den Polen.
Dort dringen sie in die oberen Schichten der Atmosphäre ein und treffen auf Sauerstoff- und Stickstoffatome.
Bei dieser Begegnung wird Energie freigesetzt –
und sie wird als Licht sichtbar.
Grün, Rot oder Violett entstehen je nach Gasart und Höhe.
Polarlichter sind ein sichtbarer Ausdruck der Wechselwirkung zwischen Sonne und Erde –
ein Moment, in dem Space Weather für uns sichtbar wird.
Das Entscheidende
Wir leben jeden Tag in diesem Zusammenspiel, doch das Meiste davon sehen wir nicht, wir spüren es.
Wir sind elektro-biologische Wesen.
Unser Nervensystem reagiert ständig auf sichtbare UND unsichtbare Reize.
Wenn sich das Umfeld verändert und wir nicht hinspüren, reagieren wir oft unbewusst:
• mit Anspannung
• mit Angst
• mit Verwirrung
• mit dem Gefühl, „nicht bei uns zu sein“
Nicht, weil etwas falsch ist.
Sondern weil das Nervensystem versucht, Orientierung zu finden.
Wenn wir hingegen bewusst wahrnehmen, was da ist – im Körper, im Atem, im inneren und äußeren Raum – entsteht eine andere Möglichkeit.
Dann können wir:
• regulieren statt reagieren
• mitgehen statt gegenhalten
• in den Flow kommen statt in die Überforderung
Space Weather wird dann nicht zum Stressfaktor,
sondern zum Impuls für Präsenz und Co-Kreation.
Wir können die Sonne nicht kontrollieren.
Und das müssen wir auch nicht.
Aber wir können lernen,
uns selbst gut zu führen –
gerade dann, wenn das Feld in Bewegung ist.
Und genau darin liegt unsere Kraft.
Sei lieb zu dir